Zoltan Balint Spezialarzt FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe

Spirale

Vor 100 Jahren wurde ein völlig neues Prinzip zur Verhütung entwickelt: das Intra-Uterin Pessar. Rund 70 Millionen Frauen wenden es heute in verschiedenen Formen an.

Heute werden zwei unterschiedliche Intra-Uterin-Pessar-Typen benutzt:

  • A Metallspiralen (Kupfer, Gold, Silber): Als schwangerschaftsverhütende Faktoren sind Einflüsse auf die Gebärmutterschleimhaut, die Eileiter und auf die Spermien anzusehen. Einerseits wird die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert, andererseits kann eine erhöhte Eileiterbeweglichkeit eine zeitgerechte Befruchtung verhindern. Durch den Effekt der Metallionen wird die Spermienbeweglichkeit reduziert.
  • B Hormonspirale: Aus einem Kunststoffzylinder wird Gelbkörperhormon in geringer, gleichbleibender Menge abgegeben. Dadurch baut sich die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr auf und eine Einnistung ist nicht mehr möglich. Durch eine Verdickung des Schleimpfropfens im Gebärmutterhals wird dieser für Spermien undurchdringbar. Durch den Gelbkörperhormoneffekt wird Dauer, Stärke und Schmerzhaftigkeit der Menstruation reduziert. Deshalb ist diese Spirale besonders geeingnet bei Frauen mit starken Blutungen und Menstruationsbeschwerden. Ausserdem ist die Komplikationsrate (v.a.Infektionen) bei der Hormonspirale wesentlich tiefer. Die Hormonspirale findet deshalb zunehmende Verwendung.

Diese kann bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr innert 5 Tagen als "Spirale danach" angewendet werden.

Sicherheit: die Spirale gilt als sichere Empfängnisverhütung. Die Sicherheit beträgt ca. 99% und ist derjenigen der ganz niederdosierten Pillen gleichzusetzen. Bei der Hormonspirale ist die Sicherheit derjenigen der Pille sogar überlegen.

Nebenwirkungen: nach Einlegen der Metallspirale kann es zu Schmierblutungen und gelegentlich zu krampfartigen Unterbauchbeschwerden kommen. Bei Spiralenträgerinnen ist die Menstruation meistens während 2-3 Monaten etwas stärker und länger. Schwerwiegender sind Eileiterenzündungen, welche häufiger bei sehr jungen Frauen, die nicht geboren haben, vorkommen. Aus diesem Grunde ist die Metallspirale bei jungen Frauen unter 22 Jahren nicht als Verhütungsmittel der ersten Wahl geeignet. Wird eine Frau trotz Spirale schwanger sind Eileiterschwangerschaften häufiger als sonst.

Einlegen der Spirale: die Spirale wird grundsätzlich während der Menstruation eingelegt, da zu diesem Zeitpunkt der Gebärmutterhals etwas geöffnet ist und das Einlegen dadurch erleichtert wird und weniger schmerzhaft ist. Die einzige Ausnahme ist nach der Geburt, wo die Spirale während der Stillzeit auch ohne Blutung eingelegt wird. Vor dem Einlegen erhalten die Patientinnen bei Bedarf ein Schmerzmittel. Auch wird vorher ein Bluttest (CRP) durchgeführt um eine bestehende Infektion auszuschliessen. Die Einlage erfolgt ohne Anästhesie.

Nachkontrollen: 6 Wochen nach dem Einlegen wird der korrekte Sitz durch eine vaginale Ultraschalluntersuchung kontrolliert. Anschliessend werden die Kontrollen wieder jährlich durchgeführt.